Hanna Lerchenfeld · Jul 13 2017

So verbesserst du dein Online-Recruiting mit der Candidate Journey

Das Personalmarketing steht permanent vor neuen Herausforderungen: die Digitalisierung und eine hohe Erwartungshaltung potenzieller Mitarbeiter zwingen Unternehmen dazu, mit neuen Recruiting-Methoden und -Techniken zu reagieren. Viele HR-Manager stehen daher vor der Frage, was ihre Unternehmen tun müssen, damit aus passenden und kompetenten Kandidaten loyale Mitarbeiter werden, die über Jahre gehalten werden können. Der Ansatz der Candidate Journey leistet hier wertvolle Erkenntnisse. Wir erklären dir heute, wie du das Online-Recruitment erfolgreich gestaltest und wie du die Candidate Experience mit Inbound Marketing optimierst.

Die Reise des Bewerbers zum Mitarbeiter

Warum brechen aussichtsreiche Mitarbeiter den Bewerbungsprozess ab und wechseln zur Konkurrenz? Und warum durchlaufen andere Mitarbeiter – wie von alleine – alle Phasen des Recruitings und leisten jahrelang grandiose Arbeit? Antworten auf diese Fragen bietet die Candidate Journey Studie 2017, welche von stellenanzeigen.de und der Unternehmensberatung meta HR durchgeführt wurde. Nach ihr wird die Candidate Journey als Teil eines ganzheitlichen Employer Branding verstanden. Im Vergleich zu anderen Theorien beginnt der Recruitingprozess hier nicht mit der eingereichten Bewerbung sondern mit dem ersten Kontakt des Talents. 

Die grundlegende Erkenntnis der Studie ist, dass eine positive Gestaltung der Candidate Journey maßgeblich ist für eine langfristige Mitarbeiterbindung. Ziel sollte es sein, an allen Kontaktpunkten seiner „Reise” die Erwartungen des Bewerbers zu erfüllen, um frühzeitig eine emotionale Bindung aufzubauen. Denn je angenehmer die Candidate Journey wahrgenommen wird, desto weniger Abbrüche gibt es im Bewerbungsprozess.

Die 6 Phasen der Candidate Journey

Die Candidate Journey beinhaltet alle Schritte des Bewerbungs- und Integrationsprozesses:

Infografik_Candidate_Journey_6_Phasen

 Worauf kommt es genau bei den einzelnen Phasen an und was passiert dort genau?

1. Berufsorientierung und Recherche zu offenen Stellen

Der Kandidat recherchiert nach allen Informationen, die es zum Unternehmen und dem jeweiligen Job gibt. Er sucht nach relevanten Inhalten zur Unternehmenskultur und ihren Werten, nach Möglichkeiten der Weiterbildung und zusätzlichen Vorteilen. Um diese zu erhalten, zapft er unterschiedliche Quellen und Kanäle an wie zum Beispiel die Karriereseite deines Unternehmens, deine Social-Media-Auftritte oder deinen Blog und abonniert zusätzlich deinen Newsletter.

2. Versendung der Bewerbung

Nach wie vor ist laut Studie die Online-Bewerbung per E-Mail der beliebteste Versandweg. Online-Formulare werden ebenso von den befragten Kandidaten abgelehnt wie unverständliche Jobtitel, die sich aus deutschen und englischen Wörtern zusammensetzen. Mobile Bewerbungen und solche, die lediglich mit einem Klick versandt werden, favorisieren Studenten und junge Kandidaten immer mehr. Ebenso erwarten sie klare und unmissverständliche Details zum Aufgabenspektrum und den Anforderungen zur ausgeschriebenen Position.

3. Auswahlverfahren

In dieser Phase kommt es zum ersten persönlichen Kontakt zwischen Bewerber und Unternehmen. Laut Studie wünschen Bewerber innerhalb eines Tages Feedback zum Erhalt ihrer Bewerbung. Diese Zeitspanne ist für Kandidaten sehr wichtig und einprägsam, da sie zu diesem Zeitpunkt sehr sensibel auf die Kommunikation und etwaige Wertschätzung des Unternehmens reagieren. Auch das Bewerbungsgespräch ist für den Kandidaten sehr wichtig, da er hier hinter die Kulissen blickt und die Atmosphäre des Unternehmens spüren kann.

Die vierte Etappe im Recruiting-Prozess bedeutet gleichzeitig den Übergang von der Candidate Experience (Phase 1-3) zur Employee Experience (Phase 4-6) im Rahmen der Candidate Journey.

4. Kommunikation der Entscheidung

An dieser Stelle wird der Bewerber zum Mitarbeiter – oder eben nicht. Auch eine Absage sollte in einem erwartbaren bzw. kommunizierten Zeitraum erfolgen. Die Candidate Journey Studie von stellenanzeigen.de zeigt, dass der Bewerber nicht länger als sechs Wochen warten sollten. Das bringt Wertschätzung und Transparenz von Anfang an durch klares und unmittelbares Feedback. So entstehen Vertrauen und eine emotionale Bindung.

5. Einstieg und Onboarding

Der neue Mitarbeiter erwartet besonders in den ersten 14 Tagen, dass sich seine vorab gesammelten Informationen über Kultur und Werte des Unternehmens mit seinen persönlichen Eindrücken im Joballtag deckt. Wichtig ist ihm ein fester Ansprechpartner aus dem Personalmanagement, der seine Fragen zum Unternehmen und Job schnell beantwortet.

6. Integrationsphase

In der letzten Phase entscheidet sich, ob der neue auch ein loyaler Mitarbeiter wird. Laut Studie ist besonders ein ständiger Austausch auf Augenhöhe erfolgversprechend. Ebenso wichtig sind die Beteiligung des Mitarbeiters im Unternehmensgeschehen und die Eingliederung ins Team, damit eine intensive und stabile Bindung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen entstehen kann.

Verbinde Inbound-Marketing-Strategien mit der Candidate Journey

Der moderne HR-Manager darf sich in der Candidate Journey nicht mehr als Verwalter betrachten, sondern sollte sich als aktiver Gestalter verstehen. Als repräsentative Schnittstelle unterstützt er den Bewerbungsprozess und ist erster Ansprechpartner für den Kandidaten.

Unser Tipp: Betrachte das Recruiting-Verfahren aus Bewerberperspektive, erfülle die individuellen Erwartungen deiner Kandidaten. Die Erarbeitung deiner individuellen Candidate Journey hilft dir dabei. Greife dabei auf Inbound-Marketing-Maßnahmen zurück. So kannst du Recruiting-Kampagnen zielgerichtet steuern und weitestgehend automatisieren – für eine angenehme und anziehende Candidate Journey.

 

Kandidaten_Persona_Banner_Vorlage_Download