Tom Wilkniss · Jun 29 2017

Wie du mit HR-Personas potenzielle Mitarbeiter optimal ansprichst

Im Inbound Marketing dienen Personas dazu, um Zielgruppen optimal mit den jeweils passenden Inhalten und Maßnahmen zu erreichen. Dieser Ansatz lässt sich auf HR übertragen. Im folgenden Beitrag erklären wir, welche Rolle Personas dabei spielen und zeigen dir Methoden, mit denen du sie ganz einfach erstellen kannst.


Ohne Personas kein Inbound Marketing

In unserem Beitrag „Inbound Marketing in HR“ haben wir dir erklärt, was Inbound Marketing ist, welche Phasen es beinhaltet und wie du es im Personalmarketing einsetzen kannst. Aber welche Rolle spielen Personas dabei?

Allgemein ausgedrückt sind Personas Idealtypen deiner unterschiedlichen Zielgruppen. Sie beschreiben deren Merkmale, aber auch Verhaltensweisen, Ziele, Vorlieben und Erwartungen. Gib ihnen einen Namen, überlege dir, welches Geschlecht sie haben und wie alt sie sind. Ideal ist es, wenn dir ein knackiges Zitat einfällt, das die Wünsche und Ziele der jeweiligen Persona auf den Punkt bringt. Beispiele hierfür sind „Ich möchte möglichst schnell Karriere machen!“ oder „Mir ist eine gute Beziehung zu meinen Kollegen am wichtigsten!“.

Für ein optimales Personalmarketing brauchst du Personas, um den unterschiedlichen Bewerbergruppen glaubhaft zu vermitteln, warum dein Unternehmen ein interessanter Arbeitgeber für sie ist. Die von dir erstellten Personenprofile dienen also vor allem einer passgenauen Kommunikation. Du stellst damit sicher, dass geeignete Kandidaten die richtige Botschaft erhalten und so auf dein Unternehmen aufmerksam werden.

Personas erstellen – Diese Fragen helfen dir dabei

Im Personalmarketing geht es darum, Bewerber zu rekrutieren. Das ist etwas anderes als ein Produkt bei bestimmten Zielgruppen zu bewerben. Schließlich sind Mitarbeiter keine Konsumenten, die Geld bezahlen und dafür eine Ware oder Dienstleistung erhalten. Viel mehr sollte man berücksichtigen, dass sie für dein Unternehmen arbeiten, berufliche wie private Bedürfnisse haben und im Idealfall auch eine emotionale Bindung an die Firma entwickeln.

Hier findest du ein kurzes Beispiel von einer Studenten-Persona:

Studenten-Persona_PrintPeter

 

Ein Vorteil für die Erstellung von Personas im HR: Du kannst auf die Mitarbeiter zurückgreifen, die bereits in deinem Unternehmen tätig sind. Das setzt voraus, dass du Kandidaten für eine bereits existierende Tätigkeit suchst. Dazu kannst du die Mitarbeiter einer bestimmten Abteilung befragen. Hier eine Checkliste mit möglichen Fragen:

Jobbeschreibung:

  • Welche Funktion hat der Job im Unternehmen? Wie lautet der Titel?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
  • Welche Fähigkeiten sollte der Mitarbeiter idealerweise haben?
  • Was muss er für seine Tätigkeit wissen? Welche Methoden und Werkzeuge setzt er dabei ein?

Dann geht es weiter mit den Zielen und Herausforderungen:

  • Wofür ist der Mitarbeiter verantwortlich?
  • Wie lässt sich Erfolg für diesen Mitarbeiter definieren (Verkaufssteigerungen, Kostenersparnisse, durchgeführte Fortbildungen etc.)?
  • Was sind die größten Herausforderungen für deinen Mitarbeiter? Wie überwindet er sie?

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Informationsquellen:

  • Wie bildet der Mitarbeiter sich weiter (Seminare, Fachzeitschriften, Blogs etc.)?
  • Welche Kanäle nutzt er im Bewerbungsprozess?
  • Wie sucht sie nach freien Stellen?
  • Welchen Berufsverbänden gehört er an?
  • Bei welchen sozialen Medien ist er angemeldet (Facebook, LinkedIn, Xing etc.)?

Und schließlich geht es auch um die Lebenssituation deiner Persona:

  • Wie alt ist sie?
  • Ist sie verheiratet, Single, in einer Beziehung lebend?
  • Wie lebt sie? (in einer WG, mit der Familie im Eigenheim)
  • Welchen Bildungsgrad hat deine Persona?
  • Wohnt sie in einer Großstadt, einer Kleinstadt oder in eher ländlicher Gegend?
  • Wie sind die jährlichen Einkommenserwartungen?

Diese Fragen dienen einer ersten Einschätzung der möglichen Persona. Es gibt darüber hinaus kostenlose Vorlagen, die du zum Erstellen einer Persona nutzen kannst. Auf jeden Fall solltest du parallel dazu auf die Kandidaten zurückgreifen, die sich tatsächlich bei deinem Unternehmen bewerben. Frage Sie, wie Sie auf deine Firma aufmerksam geworden sind, welche Kommunikationskanäle sie bevorzugen etc. Sie können dir wertvolles Feedback geben, mit dem du die Ansprache und den Bewerbungsprozess verbessern kannst. Wie lief zum Beispiel die Kommunikation? Ist deine Karriereseite attraktiv gestaltet und enthält sie alle wichtigen Informationen?  

Personas kontinuierlich verfeinern

Inbound Marketing ist ein kontinuierlicher Prozess. Dasselbe gilt entsprechend für die Erstellung von Personas. Je mehr du über deine Zielgruppen – also interessante Kandidaten – erfährst, desto interessantere Inhalte kannst du ihnen bereitstellen. Beschreibe die Personas deshalb so detailliert wie möglich und ergänze fortlaufend wichtige Informationen.

Anhand deiner Personas erstellst du Jobbeschreibungen, die die besten Kandidaten für die jeweilige Position motivieren, sich zu bewerben. Außerdem identifizierst du den optimalen Recruiting-Kanal für jede Zielgruppe, z. B. Social Media für Absolventen oder deine Karriereseite für Professionals. Schreibst du Inhalte für einen eigenen Karriere-Blog, helfen dir die Personas maßgeblich dabei Themenwelten zu identifizieren und neue Themen zu finden.

 

Kandidaten_Persona_Banner_Vorlage_Download